Eingewöhnung
Gibt es ein Eingewöhnungskonzept?
Ja und Nein.
Natürlich habe ich ein Konzept, allerdings keines der bekannten Berliner, Münchner etc.
Jedes Kind ist anders und damit ist jede Eingewöhnung so individuell wie jedes Kind. Was immer gleich ist, ist der Start:
- die Bezugsperson verlässt in den ersten drei Tagen nicht den Raum
- du bleibst mit deinem Kind die ersten Tage immer etwa eine Stunde.
- die erste Trennung ist extrem kurz, maximal 2 Minuten, damit das Kind, wenn es noch nicht bereit ist, auf gar keinen Fall Panik bekommt,
Alles was danach kommt sprechen wir individuell ab.
Wie lange dauert die Eingewöhnung?
Auch dies ist ene sehr individuelle Sache. Bei den meisten Kindern kommt man mit drei Wochen ganz gut hin. Wenige brauchen nur zwei, andere dafür 5 oder 6 Wochen.
Wir nehmen uns die Zeit, die dein Kind benötigt. Im Vorgespräch werde ich dich fragen, wie du dein Kind einschätzt und danach legen wir den Zeitrahmen fest.
Und wenn es doch nicht klappt?
Kleinkinder können nur Überleben, wenn sie eine Bezugsperson in der Nähe haben. Daher ist meine Aufgabe in der Eingewöhung eine Beziehung zu deinem Kind, aber genauso zu dir aufzubauen. Denn wenn dein Kind merkt, zwischen Mama und der Frau ist alles gut, dann kann sich auch das Kind entspannt auf die Beziehung einlassen.
Sollte es also nicht klappen, dann stimmt meist die Chemie zwischen den Erwachsenen nicht oder es gab nicht genug Zeit für den Beziehungsaufbau oder beides.
Ich behalte mir daher vor, eine Betreuung abzulehnen, wenn ich merke, dass die Bezugsperson und ich nicht auf einer Welle sind.
Was gibt es noch zu wissen?
Eine Eingewöhnung ist kein gerader Weg, wo man jeden Tag weiter kommt. Manchmal muss man auch mal einen Schritt zurück machen oder eine Rast einlegen.
Für die Kinder ist eine Eingewöhnung ein hartes Stück Arbeit. Ihr werdet es daran merken, dass eure Kinder in dieser Zeit anhänglicher werden oder auch nachts nicht gut schlafen. Das ist ganz normal und gehört zum Verarbeiten der neuen Eindrücke mit dazu.
Sollten sie aber dauerhaft weinen oder schlafen kaum noch, dann ist das ein Zeichen, dass etwas geändert werden muss.
Das Alles seine Zeit hat heißt auch, das Alles seine Zeit braucht.
Ernst Festel